Was ist ein Knochenaufbau? Wie wird er durchgeführt?

Ein Knochenaufbau (Knochentransplantat) stellt verlorenen Kieferknochen wieder her, etwa für Zahnimplantate. Arten, Ablauf, Nachsorge und Risiken.

Zuletzt aktualisiert: · Beyaz Zahnklinik

Knochenaufbau

Der Knochenaufbau (Knochentransplantation) ist ein chirurgischer Eingriff, mit dem verloren gegangenes oder unzureichendes Knochengewebe im Mund wiederhergestellt wird. Er wird häufig durchgeführt, um das für festsitzenden Zahnersatz wie Zahnimplantate erforderliche Knochenvolumen zu schaffen. Dabei werden Knochenmaterialien verwendet, die aus dem eigenen Körper des Patienten stammen oder synthetischen bzw. organischen Ursprungs sind.

Warum ist ein Knochenaufbau notwendig?

Nach einem Zahnverlust bildet sich der Kieferknochen allmählich zurück (Resorption, Knochenabbau). Dadurch kann für Implantate oder andere prothetische Behandlungen die notwendige Stütze fehlen. Mit einem Knochenaufbau:

  • wird eine ausreichende Knochenstütze für Implantate geschaffen,

  • wird die Kieferstruktur ästhetisch und funktionell wiederhergestellt,

  • wird der Zahnfleischverlauf verbessert,

  • wird ein eingefallenes Erscheinungsbild infolge fortgeschrittenen Knochenabbaus verhindert.

In welchen Fällen wird ein Knochenaufbau durchgeführt?

  • Wenn im Bereich eines geplanten Zahnimplantats nicht genügend Knochenvolumen vorhanden ist,

  • wenn nach einer Zahnentfernung der Knochen erhalten werden soll,

  • wenn durch Verletzungen oder Ursachen wie Zysten/Tumoren Knochen verloren gegangen ist,

  • wenn sich der Knochen um die Zähne durch eine Parodontitis zurückgebildet hat,

  • vor Eingriffen wie einem Sinuslift oder einer Kieferkammaugmentation.

Arten von Knochentransplantaten

Knochentransplantate werden nach ihrer Herkunft in vier Hauptgruppen unterteilt:

1. Autogenes Transplantat (Autograft)

Hierbei handelt es sich um Knochen aus dem eigenen Körper des Patienten (meist aus dem Kiefer, dem Beckenkamm oder dem Schienbein). Es weist die höchste Verträglichkeit und Erfolgsrate auf.

2. Allogenes Transplantat

Hierbei handelt es sich um menschliches Knochengewebe (von Spendern). Es wird sterilisiert und anschließend beim Patienten eingesetzt.

3. Xenogenes Transplantat (Xenograft)

Hierbei handelt es sich um Knochenmaterial tierischen Ursprungs (meist vom Rind). Es wird mit der Zeit vom Körper abgebaut und durch neues Knochengewebe ersetzt.

4. Synthetisches Transplantat (alloplastisch)

Hierbei handelt es sich um künstliche, im Labor hergestellte Knochenmaterialien. Dank ihrer Biokompatibilität können sie sicher eingesetzt werden.

Wie wird ein Knochenaufbau durchgeführt?

1. Untersuchung und Planung

Zunächst wird der Kieferknochen eingehend beurteilt. Knochendicke, -höhe und -dichte werden mit einer Panoramaröntgenaufnahme und einer 3D-Tomographie (DVT/CBCT) gemessen.

2. Chirurgischer Eingriff

Der Eingriff erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung. Der Chirurg eröffnet das Zahnfleisch und bringt das Transplantatmaterial in den Bereich mit fehlendem Knochen ein. In manchen Fällen wird zum Schutz des Transplantats zusätzlich eine spezielle Abdeckung, eine sogenannte Membran, verwendet.

3. Heilungsphase

Nach einem Knochenaufbau dauert die Heilungsphase in der Regel 3 bis 6 Monate. In dieser Zeit verbindet sich das Transplantat mit dem Körper, und es bildet sich neues Knochengewebe.

4. Setzen des Implantats

Ist der Knochenaufbau abgeschlossen und hat sich ausreichend Knochen gebildet, wird das Implantat gesetzt.

Nachsorge nach einem Knochenaufbau

  • Rauchen: Muss eingestellt werden, da es die Knochenheilung beeinträchtigt.

  • Mundhygiene: Eine sorgfältige Reinigung verringert das Infektionsrisiko.

  • Medikamente: Die vom Zahnarzt verordneten Antibiotika und Schmerzmittel sollten regelmäßig eingenommen werden.

  • Ernährung: In den ersten Tagen sollten weiche und lauwarme Speisen verzehrt werden; sehr heiße oder harte Speisen sind zu vermeiden.

  • Schutz vor Verletzungen: Auf den aufgebauten Bereich sollte kein Druck ausgeübt werden.

Risiken und mögliche Komplikationen eines Knochenaufbaus

  • Infektion

  • Verschiebung des Transplantatmaterials

  • Abstoßung des Transplantats durch den Körper (sehr selten)

  • Schwellungen, Blutergüsse und Schmerzen (vorübergehend)

Mit sorgfältiger Planung und der Durchführung durch einen erfahrenen Zahnarzt lassen sich diese Risiken minimieren.

Knochenaufbau und Implantaterfolg

Ein erfolgreicher Knochenaufbau wirkt sich unmittelbar auf die Lebensdauer und den Erfolg einer Implantatbehandlung aus. Ist ausreichend Knochenvolumen vorhanden, verläuft das Einwachsen des Implantats in den Kieferknochen (Osseointegration) deutlich vorhersagbarer.

Fazit

Der Knochenaufbau ist ein sicheres und wirksames Verfahren der modernen Zahnmedizin, das Implantatbehandlungen erst möglich macht. Indem er den Knochenverlust nach Zahnverlust ausgleicht, hilft er, die Mundgesundheit ästhetisch und funktionell wiederherzustellen. Mit sorgfältiger Planung, hochwertigen Materialien und einem erfahrenen Team sind langfristig erfolgreiche Ergebnisse erreichbar.

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