Der Sinuslift ist ein chirurgischer Eingriff, der durchgeführt wird, wenn das Knochenvolumen im Oberkiefer (vor allem im Seitenzahnbereich) nicht ausreicht. Der Eingriff dient der Vorbereitung einer Implantatbehandlung: Dabei wird der Boden der Kieferhöhle (Sinus maxillaris) angehoben. Durch das Einbringen von Knochenersatzmaterial zwischen Kieferhöhle und Kieferknochen wird ausreichend Volumen für das Setzen eines Implantats geschaffen.
Warum wird ein Sinuslift durchgeführt?
Knochenabbau, der sich mit der Zeit oder nach Zahnverlust im hinteren Oberkiefer entwickelt, kann das Setzen von Implantaten erschweren. Die Kieferhöhle dehnt sich nach unten aus, sodass für die Implantatschraube nicht mehr genügend Knochenhöhe vorhanden ist. In solchen Fällen wird ein Sinuslift durchgeführt. Der Eingriff ermöglicht:
Ausreichendes Knochenvolumen für das Setzen von Implantaten.
Implantatbehandlungen auch bei Patienten mit fortgeschrittenem Knochenabbau.
Eine höhere Stabilität des Kieferknochens.
Für wen ist ein Sinuslift geeignet?
Ein Sinuslift kann in folgenden Situationen empfohlen werden:
Bei Menschen, denen seit Langem obere Backenzähne fehlen,
bei Patienten, deren Knochenhöhe im hinteren Oberkiefer unter 4–5 mm gesunken ist,
bei Patienten, für die eine Implantatbehandlung geplant ist, deren Knochenvolumen jedoch nicht ausreicht,
bei Menschen mit früheren erfolglosen Implantatversuchen.
Wie wird ein Sinuslift durchgeführt?
1. Vorbereitung und Planung
Zunächst wird die Kieferstruktur des Patienten eingehend untersucht. Der Zustand der Kieferhöhle wird mithilfe einer Panoramaröntgenaufnahme und einer 3D-Tomographie (DVT/CBCT) analysiert. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung.
2. Chirurgischer Eingriff
Ein Sinuslift kann mit zwei unterschiedlichen Techniken durchgeführt werden:
Offener (lateraler) Sinuslift: Wird bevorzugt, wenn die Knochenhöhe weniger als 4 mm beträgt. Das Zahnfleisch wird eröffnet, an der seitlichen Kieferhöhlenwand ein Fenster angelegt, die Kieferhöhlenschleimhaut angehoben und darunter Knochenersatzmaterial eingebracht.
Geschlossener (transalveolärer) Sinuslift: Wird bei einer Knochenhöhe von 5 mm oder mehr angewendet. Er ist weniger invasiv. Über eine kleine Öffnung im Zahnfleisch wird die Kieferhöhlenschleimhaut behutsam angehoben und Knochenersatzmaterial eingebracht.
3. Heilungsphase
Nach dem Einbringen des Knochenersatzmaterials beginnt die Heilungsphase. Die Bildung neuen Knochens ist in der Regel innerhalb von 4 bis 6 Monaten zu erwarten. Danach können die Implantate gesetzt werden. In manchen Fällen können die Implantate auch in derselben Sitzung gesetzt werden.
Nachsorge nach einem Sinuslift
Nase und Druck: Beim Niesen den Mund offen halten und kräftiges Naseputzen vermeiden.
Rauchen: Nach dem Eingriff nicht empfohlen, da es die Wundheilung beeinträchtigt.
Antibiotika und Medikamente: Die vom Zahnarzt verordneten Medikamente sollten regelmäßig eingenommen werden.
Weiche Kost: In den ersten Tagen sollten weiche und lauwarme Speisen verzehrt werden.
Mundhygiene: Die Mundhygiene sollte aufrechterhalten werden, Verletzungen im Bereich der Kieferhöhle sind jedoch unbedingt zu vermeiden.
Risiken und Komplikationen eines Sinuslifts
Auch wenn der Sinuslift im Allgemeinen ein sicherer Eingriff ist, kann er gewisse Risiken bergen:
Einriss der Kieferhöhlenschleimhaut
Entstehung einer Infektion
Schwellungen und Blutergüsse
Blutungen
Implantatverlust (seltene Fälle)
Wird der Eingriff von einem erfahrenen Chirurgen durchgeführt, sind diese Komplikationen sehr selten.
Sinuslift und Implantate
Der Sinuslift schafft eine ideale Grundlage für Implantate im Oberkiefer. Sobald eine ausreichende Knochendichte erreicht ist, werden langlebige Implantate und die vollständige Wiederherstellung der Kaufunktion möglich. Dank dieses Eingriffs lassen sich selbst in Bereichen, in denen zuvor keine Implantate gesetzt werden konnten, erfolgreiche Ergebnisse erzielen.
Fazit
Der Sinuslift ist ein entscheidender chirurgischer Eingriff zur Vorbereitung einer Implantatbehandlung. Besonders bei Patienten mit unzureichendem Knochenvolumen im hinteren Oberkiefer ebnet er den Weg für langfristige und stabile Implantatversorgungen. Wird er fachgerecht von einem erfahrenen Spezialisten durchgeführt, lassen sich sehr erfolgreiche Ergebnisse erzielen.